Akustische Kunst im Noworkingspace

(über Zentrifuge)

Der Noworkingspace ist der öffentliche Begegnungsraum des ästhetischen Labors Zentrifuge. 

www.noworkingspace.de

Akustische Kunst im Noworkingspace:

AMMANN / HORN – Instant Auditives 2.0 UKO

Günter Horn: Manipulierte Gitarre

Michael Ammann: Phonetik

Zentrifuge, Ostermayr Passage / Weinerei

Königstraße 33-37, 90402 Nürnberg

06.05.2015 20:30 Uhr

Eintritt frei, Spenden erbeten

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Ammann/Horn arbeiten im Bereich der Akustischen Kunst. Unter Verwendung der klassischen, aber nicht im traditionellen Kontext verwendeten Klangerzeuger Gitarre und Stimme, untersuchen sie abstrahierend-improvisatorisch die Bandbreite ihrer Klangquellen und deren Vernetzung im stereophonen Raum. Beide Quellen werden bis auf die Verwendung eines analogen Hallgeräts elektronisch nicht verfremdet.

Prozessuale Versuchsanordnung: Die Künstler forschen maximal intuitiv in Echtzeit in den Spannungsfeldern Nähe und Kontrast. Relevante Parameter sind vornehmlich Dynamik, Raum, Dichte, Klangschöpfung, Be-und-Entschleunigung, Stille, Zufall, Klangverschmelzung, Kon-und-Dekonstruktion von Klängen und Klangverläufen.

Wesentlich ist die Fokussierung auf Klangpartikel, jedes noch so leise Geräusch, jeder Mikroklang bekommt als klangskulpturales Bauteil in diesem Zusammenspiel Bedeutung. So wird mittels einer speziellen Mikrofonierung versucht einen Klangraum zu erschaffen, als würde man sich innerhalb des Korpus der Gitarre oder im Mundraum befinden.

Über die Lautsprecher soll eine Spreizung der Instrumentalräume erreicht werden. Diese holophone Übertragungstechnik ermöglicht zudem, Klänge im Raum zu platzieren, zu bewegen und mit spatialer Nähe und Tiefe zu agieren.

UKO (Unbekanntes Klangobjekt) ist eine Begrifflichkeit aus der Filmmusik und beschreibt die Fokussierung auf nichtdeterminierte Klänge, die keiner Quelle zugeordnet werden können und räumlich schwer zu orten sind. Das nicht eindeutige Klangobjekt stellt eine Frage, und der Zuschauer wird versuchen das Rätsel durch Interpretation zu lösen.

(Quelle: Barbara Flückiger – Sound Design 2002 Schüren Verlag)

Aus diesem Grund wird visuell unauffällig gearbeitet, damit der sich im Klangraum befindliche Besucher (der die Möglichkeit hat ein Schlafbrille zu nutzen) sich auf produktiv-assoziative Prozesse und auf reines Hören einlassen kann. Eine genuin auditive Situation.

GÜNTER HORN

Gitarre, Komposition, Improvisation

Günter Horn (geb.1964 in Schweinfurt) studierte Gitarre an der Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen bei Johannes Tappert und an der Hochschule der Künste in Berlin bei Prof. Martin Rennert.

Seit 1990 regelmäßige Konzerte mit dem Duo Stringendo und dem Prisma Ensemble im Bereich der Klassik und der neuen Musik.

Ab 2000 verstärkte Hinwendung zu experimenteller Musik, Improvisation und Jazz. Workshop mit Evan Parker im Rahmen des Total Music Meetings in Berlin. Gründung des ensemble beyond. Experimente mit freier Improvisation.

2006 Soloprogramm „Proper Music“. Einspielung der gleichnamigen CD.

2012 Soloprogramm „Spirituals“.

Seine kompositorische Arbeit umfasst zahlreiche Werke für Gitarre und E-Gitarre solo, sowie in Verbindung mit anderen Instrumenten (Akkordeon, Klavier, Percussion, Flöte, Gesang, Klarinette, Violine, Kontrabass). Kompositionen für Akkordeon sind bei Edition Wunn erschienen. Werke von ihm werden regelmäßig im “Concerto bavarese” des Bayerischen Rundfunks gesendet.

MICHAEL AMMANN

*1967 Weiden / Germany

Phonetik // UKO // Spatial // Filter

1998 Hochschule für Kunst und Design Hannover. Klangkunst bei Prof. Eller

1999-2004 Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Hölzinger und Prof. Georg Winter. Kunst und Öffentlicher Raum.

Seit 2002 Meisterschüler bei Prof. Ottmar Hörl.

> Aufführungen (Auswahl): ARS Elektronica Linz (2003), Blaue Nacht Nürnberg (2003/2006), Deutschlandradio (2004), Leipziger Buchmesse (2004) und LNdW Berlin (2007), Metropolis WfS Amsterdam 124th AES Convention (2008), Hörbar Hamburg (2012), ImAusland Berlin (2012), Neues Museum Nürnberg (2013) und diverse Klangkunstfestivals.

> Interplay mit (Auswahl): Stark Bewölkt, Rayka Wehner, Irene v. Fritsch, Yiannis Tsirikoglou, André Bartetzki, Jörg Hufschmidt, Christopher Haworth, Lawrence Casserley, Günter Horn, Peter Popp, Markus Mattern, Ralf Bauer, Uwe Weber, Robert Schlund, Zoy Winterstein, Petri Kuljuntausta, Heijko Bauer, Marco Timlin, George Hazard, Frank Bierlein, Peter Fulda, Sascha Pieler, Gunnar Lettow, Dr. Mathias Beyerlein.

> Releases (Auswahl): CLINIC – amorph fictions. Live Hörstück im 5.1 Format, teil-generiert für die Wellenfeldsynthese (2005). WORK 01-03. Manipulated Instant Auditives (2006-2011). PAARUNG 01-10 (Elektroakustische 4.1 Interplays)

> Filmton: 5.1 Neuvertonung “Metropolis” 1927. Teil-generiert für die Wellenfeldsynthese (2006-2010). 5.1 Neuvertonung der Filme “Vampyr” 1932 (2010) und “The Fall of the House of Usher” 1928 (2010) mit Kathrin Münten.

> Kooperation: Kunstsalon-Fürth e.V., Metropolmusik e.V. Nürnberg, Hörkunst e.V. Erlangen, Zentrifuge e.V. Nürnberg.

> Research: Konzepte und Positionierungen zu den Themen: Echtzeit Kunst. Feldforschung Wellenfeldsynthese.

> Initiator: QUADROPHONIA – Internationales Festival für Elektroakustischen Raumklang in Nürnberg (2010 / 2012)

AUDIO: www.soundcloud.com/Ammann-Horn

VIDEO: www.vimeo.com/user34878103

www.guenterhorn.de / www.m-ammann.de

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