Zentrifuge e.V. – sachlicher Bericht 1. HJ 2014 für das Kulturreferat der Stadt Nürnberg

(über Zentrifuge)

Das erste Halbjahr 2014 war von der im Januar bei der Jahresmitgliederhauptver­sammlung getroffenen Entscheidung geprägt, das Areal Auf AEG im August zu ver­lassen. Alle Ausstellungen und Veranstaltungen wurden wie geplant realisiert, der Fokus verschob sich dabei zunehmend in Richtung einer Arbeit, die unabhängig von der Halle 14 Auf AEG fort­geführt werden kann – insbe­sondere Workshops und inhaltliche Arbeit an Projekten wie „Forschende Kunst“ und „Engineering 2050“. Vom Kulturreferat der Stadt Nürnberg wur­den der laufende Betrieb im ersten Halbjahr 2014 sowie zwei Ausstellungen gefördert: „Passanten“ und „Beziehungsalchemie“.

Die erste Ausstellung der Zentrifuge in 2014 befasste sich mit dem Thema PASSANTEN.

http://kulturhallenuernberg.ning.com/events/passanten

Der Filmemacher und Fotograf Marvin Entholt (München), der Designer Thomas Bode (Of­fenbach/M.) und der Bildende Künstler Rolf Otto Siegel (München) zeigten scheinbar be­deutungslose Begegnungen, während eines inhaltsleeren Vorgangs, dem Gehen von A nach B. Die drei Künstler lieferten zu diesem so allgegenwärtigen, und vielleicht daher meist übersehenen Aspekt unseres urbanen Lebens jeweils ihre eigenen Interpretationen. Vernissage war am Freitag, 31. Januar 2014 um 19 Uhr. Am Tag danach, dem 1. Februar um 15:30 Uhr, führte Alessandra Brisotto unter dem Titel „Che ne pensi?“ in italienischer Sprache durch die Ausstellung.

Das Künstlertreffen „Z und Du“ fand am Mi., 15. Januar, von 14-16 Uhr in der Zentrifu­ge statt. Diesmal stand das Thema „Heil“ auf dem Programm.

Die Ausstellung „PASSANTEN“ gab auch einen passenden Rahmen für einen Vortrag von Ronald Zehmeister, der am Do., den 6. Februar um 19 Uhr den in der Zentrifuge ge­prägten und u.a. von Schelling, Fichte und Novalis inspirierten Begriff der „Progressiven Transversalästhetik“ präsentierte und zur Diskussion stellte.

http://kulturhallenuernberg.ning.com/events/vortrag-progressive-transversalasthetik

Ein Motiv aus der ersten Ausstellung in der Zentrifuge (ERFAHRUNGsPRODUKTion, 2008/2009) ziert den Titel einer Neuerscheinung des Transcript Verlags. Inklusive Inter­view mit den Künstlerinnen Anja Schoeller und Kerstin Polzin: Repräsentationen von Arbeit – Transdisziplinäre Analysen

www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2242-3/repraesentationen-von-arbeit?c=847

Nach einer gut besuchten Eröffnung der gelungenen Ausstellung „Passanten“ (Öffnungs­zeiten: Do./Fr. 17-20 Uhr, Sa. 15-18 Uhr) widmeten wir uns im Februar vorwiegend dem Ge­spräch: Am Di., 4.2., 18 Uhr stellten die Medienwissenschaftler der Uni Erlangen mit ei­ner Produktion des uni t°fau in der Zentrifuge die an diesem Ort passende Frage: Was ist eigentlich Kultur?

www.facebook.com/unitfau

Am Do., 13.2. unterhielt sich Alessandra Brisotto in der Reihe „Colloquium – Literatur im Gespräch“ ab 19 Uhr mit Reza Hajatpour über dessen neuen Roman „Der schmale Weg“.

http://kulturhallenuernberg.ning.com/events/colloquium-literatur-in-der-zentrifuge

Ebenfalls eine Buchvorstellung gab es am Mi., 19.2. um 19 Uhr: Michael Schels hatte La­jos Keresztes zu Gast, der seinen Bildband „Wert_Stoff_Wandlung“ präsentiert. Die Moti­ve waren 2011 erstmals in der Zentrifuge zu sehen – im Rahmen der Ausstellung „Materie am falschen Ort“.

http://kulturhallenuernberg.ning.com/events/buchvorstellung-wert-stoff-wandlung

Am Mo., 24. Februar (Einlass 19 Uhr, Beginn 19:30 Uhr) veranstalteten wir den 14. CreativeMonday – diesmal in der Werkstatt 141 neben der Zentrifuge, der Rückblick kann hier nachgelesen werden: http://kulturhallenuernberg.ning.com/profiles/blogs/ruckblick-creativemonday-nr-14.

Parallel arbeiteten wir weiter am Projekt „Forschende Kunst“ und am „3. Nürnberger Businesskongress„. Das Magazin PILOT wurde Ende Februar fertig gestellt – mit span­nenden Beiträgen u.a. von Karlheinz Ruckriegel und Adrienne Goehler.

http://kulturhallenuernberg.ning.com/profiles/blogs/forschende-kunst-2-musik

Die Ausstellung PASSANTEN endete am 16. März. Marvin Entholt las im Rahmen der Finissage aus seinem gerade erschienenen Krimi „Friesisch Roulette“. Zur Finissage wa­ren alle drei Künstler anwesend.

Am 21. März fand der 3. Nürnberger Businesskongress in der IHK nahe des Haupt­markts statt. Die Zentrifuge hatte den künstlerischen Beitrag („Gelegenheit zur Weltver­besserung“) für diesen Kongress vermittelt und steuerte auch einen Workshop bei: „Die ästhetische Dimension als Innovationstreiber“.

Das Zentrifuge Magazin PILOT (Ausgabe 2, Frühjahr/Sommer) kam zu diesem Kongress heraus, wir haben uns inhaltlich vom Kongressthema „Innovation, Nachhaltigkeit, Glück“ inspirieren lassen. Dementsprechend sind im PILOT Beiträge und Interviews u.a. zu Glücksforschung und zu Nachhaltigkeit und Ästhetik zu lesen. Außerdem: das Zentrifuge Projekt „Forschende Kunst“, ein aktuelles Zentrifuge Portrait und Programmhinweise aus der Zentrifuge. Das Layout steuerte wieder Ramona Obermann bei, die Illustrationen ka­men von Anton Hantschel.

Zwei Texte in PILOT (ein Portrait des Businesskongresses und ein Interview mit Martin Wagner zum Fränkischen Tatort) sind in Kooperation mit der TH Nürnberg Georg Simon Ohm, Bereich Verbale Gestaltung, entstanden. Wir bedanken uns sehr bei Prof. Max Ackermann und seinen Studierenden für ihre professionelle und engagierte Mitarbeit. Lei­der konnten wir aus Platzgründen nicht alle Texte im PILOT unterbringen. Diese erschie­nen dafür in unserem Kreativblog ON-INDEX.de.

Die zweite Ausgabe des Magazins PILOT lag bis Ende Juli in der Zentrifuge und an einigen ausgewählten Orten in Nürnberg aus. Durch eine Förderung des Wirtschafts-referats Nürnberg war es uns möglich, eine Online-Version des Ma­gazins unter www.issuu.com/zentrifuge und eine Facebook-Seite zur Verfügung zu stellen.

Im März hatten wir auch offiziell bekannt gegeben, dass wir Auf AEG im August verlassen. Die Stellungnahme dazu kann man hier nachlesen:

http://kulturhallenuernberg.ning.com/profiles/blogs/zentrifuge-verlasst-auf-aeg

Die vorletzte Ausstellung unter dem Titel „Beziehungsalchemie präsentierte aktuelle Malerei von Paola Albor­ghetti, Lorenza Boisi, Eckehard Fuchs und Andreas Hildebrandt. Die Ausstellung fand statt in Ko­operation mit „Bamberg liest“. Eröffnung war am Fr., 25. April, um 19 Uhr.

http://kulturhallenuernberg.ning.com/events/beziehungsalchemie

Die Kooperation mit „Bamberg liest“ haben wir Martin Beyer und Alessandra Brisotto zu verdanken, die intensiv am diesjährigen Literaturfestival-Thema „Italien“ gearbeitet haben – unter anderem ist dabei ein Tandem-Gedichtband entstanden, den Alessandra mit Isabel Bederna geschrieben hat. Sie haben diesen am 16. Mai gemeinsam in der Zentrifuge präsen­tiert.

Unser Projekt „Forschende Kunst hatte mittlerweile – gefördert durch das Wirtschaftsreferat Nürnberg – seine zweite Entwicklungsphase durchlaufen. Diesmal beschäftigten wir uns im Ideenlabor und Inkubationsraum Zentrifuge mit „Musik und Klang„. Erkenntnisse aus dem Z-Prozess, mit dem wir die ästhetische Dimension als Innovationstreiber herausarbeiten, fanden jüngst ihren Niederschlag beim 3. Nürnberger Businesskongress. Wir konnten dabei aufzeigen, wie sich Wirtschaft und Kunst auf neue Weise begegnen und austauschen können. Durch die positiven Rückmeldungen bei diesem Praxistest wurde wir darin bestärkt, den Z-Prozess weiter zu entwickeln und erste konkrete Anwendungsprojekte in Angriff zu nehmen.

www.forschende-kunst.de

Parallel beschäftigten wir uns weiterhin mit dem ebenfalls durch das Wirtschaftsreferat geförderten Projekt Engineering 2050. So hatten wir die Künstler Sabine Schuster, Roger Libesch und Ignazio Tola gewinnen können und damit beauftragt, künstlerische Positionen für den Anlagenbau der Zukunft zu entwickeln.

www.engineering2050.de

Unsere Kooperation mit dem Arte Laguna Preis trug im Mai erste Früchte: So haben wir durch unsere Empfehlung die Nürnberger Künstlerin Anna Bittersohl dazu bewegen können, sich zu bewerben – und Anna Bittersohl wurde prompt als „Artist in gallery“ ausgezeichnet. Ebenfalls eine Preisträgerin ist Tania Morino, die – durch Alessandra Brisottos Vermittlung zwischen dem Arte Laguna Kunstpreis und dem Amt für Internationale Beziehungen – zuerst als Artist in Residence im Schloss Almoshof weilte und der wir im Juli eine Einzelausstellung in der Zentrifuge ermöglichten.

Im Rahmen unserer Kooperation mit dem Kulturtransporter e.V. konnten wir Dominik Weh­ren nach Krakau vermitteln, der dort am 16. Mai beim Opening des Jubiläums-Kunste­vents „Rest.Art.Work“ mit seinem Musik-Performanc-Projekt Schimmyyaw zu erle­ben war.


Im Rahmen der Ausstellung „Beziehungsalchemie“ fanden im Mai einige Veranstaltungen in der Zentrifuge statt:

Am Freitag, 9. Mai, luden die Veranstalter des Nürnberger Businesskongresses zu einer After Kongress Party ein: Ab 18:30 Uhr hieß es „Nach dem Kongress ist vor dem Kongress„. Mit Rückblick und Ausblick und vielen Gesprächen rund um Innovation und Nachhaltigkeit. Zum 3. Businesskongress ist eine Dokumentation erschienen, sie kann —> hier nachgelesen werden: http://kulturhallenuernberg.ning.com/profiles/blogs/kongressbericht-zum-3-nurnberger-businesskongress

Alessandra Brisotto brachte im Mai gleich drei Veranstaltungen in die Zentrifuge: Zwei Mal in der Reihe COLLOQUIUM – Literatur im Gespräch-Musik im Dialog und eine Buchvorstellung des deutsch-italienischen Lyrikbandes „e-und“: Am Samstag, 10. Mai, 19 Uhr, widmete sich COLLOQUIUM dem Thema La Scoperta – die Entdeckung: Goffredo„. Zu dieser von Goffredo Parise inspirierten Lesung mit Konzert und Performance hatte Alessandra Brisotto die Geigerin Tatjana Maté und die Bildende Künstlerin Christiane Weber zu Gast.

Und am Freitag, den 16. Mai, 19 Uhr, präsentierten Alessandra Brisotto und Isabel Beder­na ihren gemeinsam verfassten Lyrikband „e-und“, der von „Bamberg liest“ herausgege­ben wurde. Diese Buchpräsentation war im Rahmen unserer Kooperation ebenso wie die Ausstellung „Beziehungsalchemie“ Teil des Programms von „Bamberg liest“.

Am Sonntag, den 18. Mai, fand um 19 Uhr erneut ein COLLOQUIUM statt: Alessandra Brisotto im Gespräch mit Anja Zeltner (Texte), Ursula Trebitz (Geige, Sprechgesang) und Christian Schloyer (Gedichte).

Das von Zentrifuge in Kooperation mit dem VDI Bezirksverein Bayern Nordost e.V. und dem VDE-Bezirksverein Nordbayern e.V initiierte Projekt „Engineering 2050“ ging im Mai in eine weitere Runde: Drei von der Zentrifuge ausgewählte Künstler hatten sich mit der Zukunft des Anlagenbaus befasst und präsentierten ihre Ideen bei einem Workshop am 15. Mai, 18 bis 20 Uhr, in der Zentrifuge.

http://kulturhallenuernberg.ning.com/events/workshop-engineering2050

Den Abschluss des Programms im Rahmen der Ausstellung „Beziehungsalchemie“ mach­te der Erlanger Wissenschaftshistoriker Thony Christie am Sa., 24. Mai um 19:30 Uhr: Thony Christie referierte zum Thema „Alchemie – Kunst? Wissenschaft? Philosophie? Religion?„. Ein zur Ausstellung, aber auch zur Zentrifuge sehr gut passendes Thema.

http://kulturhallenuernberg.ning.com/events/alchemie-kunst-wissenschaft-philosophie-religion

Am Montag, 26. Mai, fand der 15. CreativeMonday statt – diesmal im Neuen Museum Nürnberg. Einlass ab 19 Uhr, Beginn 19:30 Uhr.

http://ichbinz.weebly.com/creativemonday.html

Die Ausstellung „Beziehungsalchemie“ haben wir verlängert, nachdem die für Juni geplan­te Ausstellung und Performance von Carina Shkuró abgesagt wurde. Die Ausstellung en­dete nicht wie ursprünglich geplant am 1. Juni, sondern zwei Wochen später. Am letzten Ausstellungstag, den 14. Juni, gab es um 18 Uhr ein Künstlergespräch mit Paola Albor­ghetti, Eckehard Fuchs und Andreas Hildebrandt.

Die letzte Ausstellung der Zentrifuge Auf AEG präsentierte eine Preisträgerin des ARTE LAGUNA Kunstpreises (Venedig): Tanja Marino war ein von der Zentrifuge bzw. von Ales­sandra Brisotto vermittelter Artist in Residence im Schloss Almoshof. Sie bekam eine Ein­zelausstellung in der Zentrifuge. Vernissage war am Freitag, 11. Juli, 19 Uhr.

Michel Bestmann hatte sein Projekt „IndukTiVe Kopplung jüngst in einer Publikation doku­mentiert – die Arbeit der Zentrifuge hatte daran wesentlichen Anteil, zumal wir seit langem Michel Bestmann in seiner Arbeit unterstützen und ihm auch – wie mehreren hundert ande­ren Künstlern – mit unserem ganzen (vorwiegend unbezahlten) Einsatz eine Plattform zur Präsentation seiner (ihrer) Kunst gegeben haben.

http://kulturhallenuernberg.ning.com/profiles/blogs/dokumentation-induktive-kopplung

Eine Radiosendung des Bayerischen Rundfunks beschäftigte sich mit dem Thema Vordenker in Bayern und hatte dabei auch die Zentrifuge ausfindig gemacht. Die Sen­dung wurde am 22. Juni um 12:05 auf Bayern 2 ausgestrahlt. Dieser Beitrag würdigte u.a. unsere „alchemistische“ Arbeit bei der Vermischung und Neukonfiguration künstlerischer, wirtschaftlicher und technischer Arbeitsweisen und Perspektiven.

http://www.br.de/radio/bayern2/bayern/zeit-fuer-bayern/zukunft-forschung-bayern-100.html

Am 30. Juni gab es um 20 Uhr wieder die Sendung „Z-Zeit“ auf Radio Z (95,8 MHz) – wir hatten diesmal die Sängerin/Songwriterin Alice Maier und den Soundkünstler Bastus Trump eingeladen.

http://kulturhallenuernberg.ning.com/page/z-zeit-1

Im Juli – unserem letzten Monat Auf AEG – haben wir unter Leitung unseres Vorstands Otmar Potjans parallel zur Ausstellung von Tania Marino eine Seminarreihe durchgeführt: „Expedition ins Reich des Wandels“. Die Dokumentation kann —> hiernachgelesen werden.

Am 23. Juli gab es dann die letzte Veranstaltung der Zentrifuge Auf AEG – gemeinsam mit der Veranstaltungsplattform PANOTI hatten wir zu einem Grillabend in die Zentrifuge ein­geladen.

Im August räumten wir die Halle 14 Auf AEG und zogen in einen Projektraum unter dem Ti­tel „Noworkingspace“ um (www.noworkingspace.de).

Dieser Projektraum ist in der Weinerei in der Ostermayr Passage verortet – die Zentrifuge ist dort seit Oktober 2014 Untermieter und nutzt die Räume der Weinerei für Workshops und für den Noworkingspace.

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